
73. Jahrestagung der
Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in
Mannheim; Congress Center Rosengarten
Mannheim
MRT-Herz-Diagnostik
ermöglicht frühzeitige Behandlung: Kommt das
Aus für Herzinfarkt und Schlaganfall? (6)
73. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft
für Kardiologie in
Mannheim
"Die Fortschritte der Herzdiagnostik mit der
strahlenfreien Magnetresonanz-Tomographie
(MRT)erlauben schon jetzt eine Vorstellung
davon, dass möglicherweise durch frühzeitige
Erfassung und Behandlung von
Blutgefäßwand-Veränderungen sowohl
Herzinfarkte als auch Schlaganfälle nahezu
vollständig vermieden werden können", sagt
Privat-Dozent Dr. Eike Nagel
(DeutschesHerzzentrum Berlin) auf einer
Pressekonferenz der 73. Jahrestagung der
Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, die
heute in Mannheim beginnt.
Die Koronardiagnostik mittels MRT (MR-Koronarangiographie)
entwickelt sich kontinuierlich weiter. "Die
Stärke der Technik ist dabei insbesondere
die Kombination der Gefäßdarstellung mit
funktionellenParametern wie
Herzdurchblutung, Herzbewegung oder
Veränderungen desHerzmuskels", berichtet Dr.
Nagel. "Zunehmend kann aber auch
dieGefäßwand selbst dargestellt werden, und
damit können frühe Veränderungen wie
Gefäßwandverdickung oder Plaquebildung
erfasstwerden."
Prognostische Daten mittels MRT hilft
Herzkatheteruntersuchung einzusparen
Mit der MRT werden zunehmend prognostische
Daten vorgelegt, sagt Dr.Nagel. Bei
negativem Dobutamin-Stress-Test oder
negativerDurchblutungsmessung (Perfusion)
ist die Wahrscheinlichkeit für dasAuftreten
eines Herzinfarkts oder tödlichen
Ereignisses sehr gering,so dass bei diesen
Patienten keine weitere Diagnostik
durchgeführt werden muss, also auch auf eine
invasive Herzkatheteruntersuchung verzichtet
werden kann.
Die entscheidenden technischen Neuerungen
des letzten Jahres im
Bereich der Funktionsdiagnostik mit der MRT
sind bei der zunehmenden Nutzung von 3 Tesla
Systemen zu sehen. Dabei zeigt sich, dass
einevollständige kardiovaskuläre
Untersuchung - Funktion,
Anatomie,Durchblutung und Gewebediagnostik -
mit 3 Tesla deutlich schneller alsmit 1.5
Tesla durchzuführen ist. Statt
zweidimensionaler Schnittbilderwerden
dreidimensionale bewegte Datensätze
innerhalb eines Atemstopps erhalten. Diese
können dann in jeder beliebigen
Schnittrichtungrekonstruiert werden. Die
höhere Feldstärke des 3T Gerätes führt
zueinem stärkeren Signal. "Dies ist
insbesondere bei Messungen der
Herzmuskeldurchblutung vorteilhaft und kann
nach erstenStudienergebnissen in eine
größere diagnostische Genauigkeit umgesetzt
werden", sagt Dr. Nagel.
Mit dem neuen 3-Tesla-Tomographen wird eine
bislang unerreichte
Bildauflösung und somit Detailgenauigkeit
erzielt, gleichzeitig kann die
Untersuchungszeit erheblich verkürzt werden.
Das ist auch für die Patienten ein wichtiger
Pluspunkt, die Herzdiagnose dauert nicht
einmal eine Stunde und erfordert keine
anschließende Liegezeit.
Kontakt:
Prof. Dr. Eckart Fleck, Pressesprecher der
DGK
Christiane Limberg, Pressereferentin der DGK
Roland Bettschart, B&K Medien- und
Kommunikationsberatung
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