Herzklappen aus dem Bioreaktor
Dietmar-Hopp-Stiftung unterstützt
innovatives Projekt der
Universitätsklinik für Herzchirurgie
Heidelberg zum "Tissue
Engineering" mit 850.000 Euro
Maßgeschneiderte und lang haltbare
Herzklappen aus den Zellen von
Patienten entwickeln und einsetzen: Dieses
Ziel verfolgt seit Frühjahr
2007 die Herzchirurgische Klinik am
Universitätsklinikum Heidelberg.Das innovative Projekt "Kardiales Tissue
Engineering" wird jetzt von
der Dietmar-Hopp-Stiftung, Walldorf, mit
rund 850.000 Euro gefördert.
Besonderer Schwerpunkt der Heidelberger
Arbeitsgruppe ist die
Entwicklung von Herzklappen für Kinder.
Weltweit werden jährlich ca.170.000 Kinder mit angeborenen
Klappenfehlern geboren. Bislang stehen
keine Herzklappen zur Verfügung, die das
Körperwachstum mitmachen. Die
maßgeschneiderten biologischen Herzklappen
sollen diese Voraussetzungerfüllen.
Erprobung im Tiermodell und in klinischen
Studien
"Die gezüchteten Herzklappen werden zunächst
im Tiermodell und in
voraussichtlich drei Jahren im Rahmen
klinischer Studien an Patientenerprobt", berichtete Professor Dr. Matthias
Karck, Ärztlicher Direktor
der Abteilung Herzchirurgie am 16. Oktober
2007 bei einerPressekonferenz in Heidelberg.
Für Patienten, deren Herzklappen geschädigt
sind, ist der Einsatz
einer Herzklappe aus Kunststoff oder einer
biologischen
Herzklappenprothese (vom Tier oder Mensch)
oft die einzige
Therapiemöglichkeit - verbunden mit den
Risiken einer lebenslangen
Medikamenteneinnahme (Blutverdünner) oder
einer Degeneration der
Herzklappe nach bis zu 15 Jahren.
"Die Heidelberger Herzchirurgen gehören zu
den weltweit führenden
Forschungsgruppen auf diesem Gebiet",
erklärte Professor Dr. Dietrichvon Fournier, Wissenschaftlicher Beirat der
Dietmar-Hopp-Stiftung.
Deshalb habe die Stiftung der Förderung
dieses Projekts höchste
Priorität eingeräumt. Außerdem kämen die
Innovationen bei der
Gewebezüchtung auch anderen Bereichen wie
der Orthopädie und derDermatologie zugute.
Die Dietmar-Hopp Stiftung hat das
Universitätsklinikum und die
medizinische Fakultät Heidelberg seit 2001
mit rund 40 Millionen Eurofür medizinische Forschungsprojekte und
technische Neuentwicklungenunterstützt.
Gewebezellen zum Ersatz von Herzklappen und
Herzmuskel werden imBioreaktor gezüchtet
Ein wesentlicher Baustein des Projektes ist
ein Bioreaktor, in dem das
neue Herzklappengewebe aus den eigenen
Zellen des Patienten gezüchtetwird. Dieser Reaktor soll auch für weitere
Anwendungsbereiche nutzbar
gemacht werden, um unterschiedliche Zell-
und Gewebearten wachsen zulassen. So werden Herzmuskelzellen
gezüchtet, die das erkrankte
Muskelgewebe bei Patienten mit
Herzmuskelschwäche ersetzen.
Die Herstellung der neuen Herzklappen ist
komplex: Gesunde Herzklappen
(entweder von menschlichen Spenderherzen
oder von Schweinen) werden im
Labor von Zellen befreit, so dass keine
Abstoßungsreaktion mehr
auftreten kann. Übrig bleibt ein
Faser-Gerüst, das im Bioreaktor von
patienteneigenen Zellen besiedelt wird.
Diese wurden aus dem Blut desPatienten oder aus der Blutgefäßwand
gewonnen und formen im Bioreaktor
die neue Herzklappe. Die gezüchtete
Herzklappe ist ebenso
funktionstüchtig wie eine natürliche
Herzklappe.
Bei dem Projekt "Kardiales Tissue
Engineering" unter Federführung von
Professor Dr. Matthias Karck und dem
stellvertretenden Ärztlichen
Direktor und Projektleiter PD Dr. Artur
Lichtenberg arbeiten Experten
verschiedener Fachdisziplinen
(Herzchirurgen, Kardiologen,Stammzellspezialisten, Pathologen,
Zellbiologen, Physiker und
Ingenieure) des Universitätsklinikums und
externer
Forschungseinrichtungen eng zusammen.
Ansprechpartner für Journalisten:
Prof. Dr. med. Matthias Karck
Ärztlicher Direktor
Universitätsklinikum Heidelberg,
Abteilung Herzchirurgie
Im Neuenheimer Feld 110
69120 Heidelberg
PD Dr. med. Artur Lichtenberg
Stellvertretender Ärztlicher Direktor
Universitätsklinikum Heidelberg,
Abteilung für Herzchirurgie
Katrin Tönshoff
Dietmar-Hopp-Stiftung GmbH
Raiffeisenring 51
68789 St. Leon-Rot
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Gezüchtete Herzklappe (Tissue Engineering).
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Bioreaktor zur Herzklappenzüchtung. Die
Herzklappe ist in der Mitte des Gefäßes
sichtbar.
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Pressemitteilung
Universitätsklinikum Heidelberg, Dr. Annette
Tuffs,
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