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Ausgabe Dezember 2007

 

 

 

 


Herzklappen aus dem Bioreaktor


Dietmar-Hopp-Stiftung unterstützt innovatives Projekt der
Universitätsklinik für Herzchirurgie Heidelberg zum "Tissue
Engineering" mit 850.000 Euro


Maßgeschneiderte und lang haltbare Herzklappen aus den Zellen von  Patienten entwickeln und einsetzen: Dieses Ziel verfolgt seit Frühjahr 2007 die Herzchirurgische Klinik am Universitätsklinikum Heidelberg.Das innovative Projekt "Kardiales Tissue Engineering" wird jetzt von der Dietmar-Hopp-Stiftung, Walldorf, mit rund 850.000 Euro gefördert.

Besonderer Schwerpunkt der Heidelberger Arbeitsgruppe ist die
Entwicklung von Herzklappen für Kinder. Weltweit werden jährlich ca.170.000 Kinder mit angeborenen Klappenfehlern geboren. Bislang stehen keine Herzklappen zur Verfügung, die das Körperwachstum mitmachen. Die maßgeschneiderten biologischen Herzklappen sollen diese Voraussetzungerfüllen.

Erprobung im Tiermodell und in klinischen Studien

"Die gezüchteten Herzklappen werden zunächst im Tiermodell und in voraussichtlich drei Jahren im Rahmen klinischer Studien an Patientenerprobt", berichtete Professor Dr. Matthias Karck, Ärztlicher Direktor der Abteilung Herzchirurgie am 16. Oktober 2007 bei einerPressekonferenz in Heidelberg.

Für Patienten, deren Herzklappen geschädigt sind, ist der Einsatz
einer Herzklappe aus Kunststoff oder einer biologischen
Herzklappenprothese (vom Tier oder Mensch) oft die einzige
Therapiemöglichkeit - verbunden mit den Risiken einer lebenslangen Medikamenteneinnahme (Blutverdünner) oder einer Degeneration der Herzklappe nach bis zu 15 Jahren.

"Die Heidelberger Herzchirurgen gehören zu den weltweit führenden Forschungsgruppen auf diesem Gebiet", erklärte Professor Dr. Dietrichvon Fournier, Wissenschaftlicher Beirat der Dietmar-Hopp-Stiftung.  Deshalb habe die Stiftung der Förderung dieses Projekts höchste Priorität eingeräumt. Außerdem kämen die Innovationen bei der Gewebezüchtung auch anderen Bereichen wie der Orthopädie und derDermatologie zugute.

Die Dietmar-Hopp Stiftung hat das Universitätsklinikum und die
medizinische Fakultät Heidelberg seit 2001 mit rund 40 Millionen Eurofür medizinische Forschungsprojekte und technische Neuentwicklungenunterstützt.

Gewebezellen zum Ersatz von Herzklappen und Herzmuskel werden imBioreaktor gezüchtet

Ein wesentlicher Baustein des Projektes ist ein Bioreaktor, in dem das neue Herzklappengewebe aus den eigenen Zellen des Patienten gezüchtetwird. Dieser Reaktor soll auch für weitere Anwendungsbereiche nutzbar gemacht werden, um unterschiedliche Zell- und Gewebearten wachsen zulassen. So werden Herzmuskelzellen gezüchtet, die das erkrankte Muskelgewebe bei Patienten mit Herzmuskelschwäche ersetzen.

Die Herstellung der neuen Herzklappen ist komplex: Gesunde Herzklappen (entweder von menschlichen Spenderherzen oder von Schweinen) werden im Labor von Zellen befreit, so dass keine Abstoßungsreaktion mehr auftreten kann. Übrig bleibt ein Faser-Gerüst, das im Bioreaktor von patienteneigenen Zellen besiedelt wird. Diese wurden aus dem Blut desPatienten oder aus der Blutgefäßwand gewonnen und formen im Bioreaktor die neue Herzklappe. Die gezüchtete Herzklappe ist ebenso funktionstüchtig wie eine natürliche Herzklappe.

Bei dem Projekt "Kardiales Tissue Engineering" unter Federführung von Professor Dr. Matthias Karck und dem stellvertretenden Ärztlichen Direktor und Projektleiter PD Dr. Artur Lichtenberg arbeiten Experten verschiedener Fachdisziplinen (Herzchirurgen, Kardiologen,Stammzellspezialisten, Pathologen, Zellbiologen, Physiker und Ingenieure) des Universitätsklinikums und externer
Forschungseinrichtungen eng zusammen.

Ansprechpartner für Journalisten:

Prof. Dr. med. Matthias Karck
Ärztlicher Direktor
Universitätsklinikum Heidelberg,
Abteilung Herzchirurgie
Im Neuenheimer Feld 110
69120 Heidelberg


PD Dr. med. Artur Lichtenberg
Stellvertretender Ärztlicher Direktor
Universitätsklinikum Heidelberg,
Abteilung für Herzchirurgie

Katrin Tönshoff
Dietmar-Hopp-Stiftung GmbH
Raiffeisenring 51
68789 St. Leon-Rot


Diese Pressemitteilung ist auch online verfügbar unter
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/presse




Zu dieser Mitteilung finden Sie Bilder unter der WWW-Adresse:
http://idw-online.de/pages/de/image56191
Gezüchtete Herzklappe (Tissue Engineering).

http://idw-online.de/pages/de/image56192
Bioreaktor zur Herzklappenzüchtung. Die Herzklappe ist in der Mitte des Gefäßes sichtbar.

Die gesamte Pressemitteilung inkl. Bilder erhalten Sie unter:
http://idw-online.de/pages/de/news230659

Kontaktdaten zum Absender der Pressemitteilung stehen unter:
http://idw-online.de/pages/de/institution665



-- Informationsdienst Wissenschaft e.V. - idw - WWW: http://idw-online.de E-Mail: service@idw-online.de

Pressemitteilung Universitätsklinikum Heidelberg, Dr. Annette Tuffs,

 

 

 

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