Informationsdienst Wissenschaft - idw - Pressemitteilung
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung
e.V.,
Frankfurter Studie: "Economy-class-Syndrom" zweithäufigste Ursache von
Lungen-Embolien
74. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie; Mannheim
Lungenembolien als Folge einer
Flugreise kommen häufiger vor als solche "Verstopfungen" der
Lungenarterie infolge von Gerinnungsstörungen, Krebs, Schwangerschaft
oder dauerhafter Bettlägrigkeit - häufiger sind nur Lungenembolien
unbekannter Ursache. Lungenembolien bei Flugreisen sind zwar gemessen
an der Zahl von Passagieren relativ selten, doch ist bei Flugreisen
von mehr als 5000 Kilometern das Risiko etwa 20 Mal höher als bei
kürzeren Flügen. Das sind die Ergebnisse einer Studie von Dr. Ralf
Lehmann (Frankfurt), die 257 Krankengeschichten von Patienten mit
akuter Lungenarterienembolie untersuchte. Präsentiert wurde diese auf
der 74. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in
Mannheim, auf der mehr als 6.000 Teilnehmer aus 25 Ländern erwartet
werden.
Eine Lungenembolie ist potenziell immer lebensbedrohlich und muss
sofort behandelt werden. Patienten mit Reise-assoziierter
Lungenembolie haben einen akuteren Verlauf als Menschen mit Embolien
anderer Ursachen, was sich in der Tendenz zur Reanimation oder
Beatmungspflichtigkeit sowie der Sterblichkeit im Krankenhaus
widerspiegelt, berichtet Dr. Lehmann. Allerdings ist die
Langzeitprognose nach Entlassung für diese Patienten signifikant
besser als nach Lungenembolien anderer Ursachen.
Neben dem verkrampften Sitzen auf Flügen in der Economy-Class können
auch die speziellen Bedingungen an Bord beitragen, vor allem der
niedrige Luftdruck. Als vorbeugende Maßnahmen bei Flugreisen werden
häufig eine Reihe von Maßnahmen empfohlen, zum Beispiel der Verzicht
auf Schlaftabletten oder starken Alkoholkonsum, damit man nicht zu
lange einschläft und sich deshalb kaum bewegt. Regelmäßiger Wechsel
der Körperposition, häufiges Aufstehen und Herumgehen und das Tragen
elastischer Stützstrümpfe gelten als sinnvoll.
Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz und
Kreislaufforschung e.V. (DGK) mit Sitz in Düsseldorf ist eine
wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft mit heute mehr als 6450
Mitgliedern. Ihr Ziel ist die Förderung der Wissenschaft auf dem
Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen
und die Aus-, Weiter- und Fortbildung ihrer Mitglieder. 1927 in Bad
Nauheim gegründet, ist die DGK die älteste kardiologische Gesellschaft
in Europa. Weitere Informationen unter www.dgk.org.
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