Gefahr für zweiten Infarkt
steigt durch stressigen Job
(Ige)
Wer nach einem Herzinfarkt zurück ins Arbeitsleben
kehrt, sollte es ruhig angehen lassen. Das Arbeitspensum
muss dem Gesundheitszustand angepasst sein. Wichtig sind
auch ausreichende Erholungsphasen. Nach einem Infarkt
heißt es vor allem belastenden Stress im Job zu
vermeiden. Menschen, die zu schnell wieder in ein
hektisches Berufsleben mit einer geringen
Entscheidungsfreiheit einsteigen, sind gefährdet, einen
weiteren Anfall zu erleiden.
Wissenschaftler der Universität Laval, Kanada,
begleiteten über sechs Jahre 972 Männer und Frauen im
Alter von 35 bis 59 Jahren, die nach einem Herzinfarkt
wieder an ihren alten Arbeitsplatz zurückkehrten. Anhand
eines Fragebogens stellten die Wissenschaftler nach zwei
und sechs Jahren die Anforderungen und die
Entscheidungsfreiheit am Arbeitsplatz fest. Die
Kombination von Überforderungen im Job bei geringer
Möglichkeit eigene Entscheidungen zu treffen, führte zu
einer hohen Belastung, die das Risiko für ein zweites
koronares Ereignis (z. B. Herzinfarkt) mehr als
verdoppelte.
Die Forscher um Corine Aboa-Éboule vermuten, dass
der Arbeitsstress zu verstärkten Entzündungsprozessen an
den Arterienwänden führt. Daneben könnte auch ein durch
Stress verursachter ungesunder Lebensstil das Herz zu
stark belasten.
(14.12.2007)
Quelle: JAMA 2007;
298: 1652-1660.
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