Patienten nach Herzinfarkt: Diszipliniert bei Pillen und Rauchen,
weniger bei Gewicht und Bewegung
74. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie
Mannheim, Patienten nach Herzinfarkt erweisen
sich als außerordentlich diszipliniert, was die vom Arzt
verschriebenen Medikamente angeht: Fast alle Betroffenen nehmen sie
auch noch nach zwölf Monaten regelmäßig ein. Weniger streng halten sie
sich allerdings an die Empfehlungen ihrer Behandler, wenn es um die
Veränderung des Lebensstils geht, berichteten Herzspezialisten bei der
Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Mannheim.
Auf diesem wissenschaftlichen Großereignis waren bis heute 7.300
Teilnehmer präsent.
Die Forschergruppe aus Dresden um Dr. Claudia Genée befragte fast 800
Patienten sechs und zwölf Monate nach überstandenem Herzinfarkt
hinsichtlich Lebensstil und Medikamenteneinnahme. "Erfreulich ist die
Nikotinkarenz", hebt Dr. Genée ein Ergebnis der Untersuchung hervor:
Drei von vier Patienten, die vor dem Infarkt geraucht hatten, gelang
es innerhalb des ersten Jahres danach, den Zigarettenkonsum
einzustellen. Als noch größer erwies sich die Disziplin der
Herzinfarkt-Patienten bei den Medikamenten: 98,6 Prozent der Befragten
nahmen ihre Medikamente sowohl nach sechs als auch nach zwölf Monaten
noch regelmäßig ein.
Weniger positiv ist die Bilanz beim Lebensstil, sagt Dr. Genée:
"Sekundärpräventive Schulungen zu Gewichtsreduktion, Sport und
Ernährungsumstellung erwiesen sich als noch unzureichend, insbesondere
ist der Einstieg in eigenständigen Ausdauersport und regelmäßige
Bewegung noch nicht zufriedenstellend." Von den ursprünglich 668
übergewichtigen Patienten konnten 54,4 Prozent in den zwölf Monaten
nach dem Infarkt ihr Gewicht um mehr als fünf Prozent reduzieren, 53
Prozent der Patienten hatten innerhalb der ersten sechs Monate mit
regelmäßigem Training begonnen.
Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz und
Kreislaufforschung e.V. (DGK) mit Sitz in Düsseldorf ist eine
wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft mit heute mehr als 6450
Mitgliedern. Ihr Ziel ist die Förderung der Wissenschaft auf dem
Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen
und die Aus-, Weiter- und Fortbildung ihrer Mitglieder. 1927 in Bad
Nauheim gegründet, ist die DGK die älteste kardiologische Gesellschaft
in Europa. Weitere Informationen unter www.dgk.org.
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