Sicherheit von Herz-Interventionen steigt mit der Eingriffs-Häufigkeit
an einer Klinik
74. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie; 27. bis
29. März 2008, Mannheim
Mannheim, Freitag, 28. März 2008 - Wer sich für eine Untersuchung oder
einen Eingriff ins Herzkatheter-Labor begibt, sollte sich erkundigen,
wie häufig eine solche Intervention im Krankenhaus der Wahl
durchgeführt wird. Denn je öfter das der Fall ist, desto sicherer ist
die Herz-Intervention, berichten Herzspezialisten auf der Jahrestagung
der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK), der größten
wissenschaftlichen Veranstaltung zur Herz-Kreislaufmedizin in
Deutschland mit mehr als 6.000 Teilnehmern.
Generell gilt als gesichert, dass technisch anspruchsvolle Operationen
und Interventionen mit besseren Ergebnissen verbunden sind, wenn sie
von erfahrenen Untersuchern an Kliniken mit hoher Eingriffshäufigkeit
durchgeführt werden. Jetzt liegen für Herz-Interventionen im
Katheterlabor (perkutane Koronarinterventionen, PCI) aktuelle Daten
vor, die diese These eindrucksvoll belegen. PD Dr. Ralf Zahn
(Ludwigshafen) hat gemeinsam mit Kollegen knapp 30.000 im PCI-Register
der Arbeitsgemeinschaft Leitender Kardiologischer Krankenhausärzte
(ALKK) erfasste Koronar-Interventionen analysiert. Klares Ergebnis:
Die Krankenhaussterblichkeit war mit 1,85 Prozent in Kliniken mit dem
niedrigsten PCI-Volumen (4 bis 166 Eingriffe pro Jahr) am höchsten,
und in den Häusern mit dem höchsten Volumen (521 bis 2200 Eingriffe)
mit 1,21 Prozent am niedrigsten.
Mindestmenge nicht unter 200 Interventionen
"Dieser Zusammenhang zwischen PCI-Volumen und Sterblichkeit zeigte
sich besonders ausgeprägt bei einer PCI im Rahmen eines akuten
Myokardinfarkts", betont Dr. Zahn. "Je höher auch das Risiko einer
Patientengruppe, desto deutlicher fiel der Zusammenhang zwischen PCI-
Volumen und Komplikationsrate aus." Insgesamt bestärke die Studie die
Vorgabe von Mindestmengen für PCI an einer Klinik durch Leitlinien der
Fachgesellschaften, so Dr. Zahn. Die Mindestzahl sollte 200 Herz-
Interventionen pro Jahr übersteigen.
Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz und
Kreislaufforschung e.V. (DGK) mit Sitz in Düsseldorf ist eine
wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft mit heute mehr als 6450
Mitgliedern. Ihr Ziel ist die Förderung der Wissenschaft auf dem
Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen
und die Aus-, Weiter- und Fortbildung ihrer Mitglieder. 1927 in Bad
Nauheim gegründet, ist die DGK die älteste kardiologische Gesellschaft
in Europa. Weitere Informationen unter www.dgk.org.
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