Zahl der Herz-Toten sinkt in Deutschland
74. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie; 27.-29.
März 2008
Mannheim, Freitag, 28. März 2008 - Die Zahl der Herz-Toten sinkt in
Deutschland weiter. Im Jahr 2006 verstarben insgesamt 223.793 Menschen
an einer Herzkrankheit, gegenüber 2005 ist das ein Rückgang um 4.865
Gestorbene oder 2,1 Prozent. "Damit wird ein seit Jahren
verzeichneter Trend erfolgreich fortgesetzt", bilanziert Dr. Ernst
Bruckenberger (Hannover) in seiner Analyse der Todesursachenstatistik
des Statistischen Bundesamtes auf der 74. Jahrestagung der Deutschen
Gesellschaft für Kardiologie (DGK).
Im Detail betrug die Zahl der Gestorbenen 2006 bei ischämischen
Herzkrankheiten (Durchblutungsstörungen) 144.189 (davon 59.938 an
akutem Herzinfarkt), bei Herzklappen-Krankheiten 11.246, bei
Herzrhythmusstörungen 20.970, bei Herzinsuffizienz 47.079 und bei den
angeborenen Fehlbildungen 489. Die Sterbeziffer bei den ausgewählten
Herzkrankheiten ist in allen Altersgruppen zurückgegangen. Die
Sterbeziffern des akuten Herzinfarktes bei Männern und Frauen sinken
und nähern sich an. Diese lagen 1980 bei den Frauen noch 42,7 Prozent,
2006 nur mehr 18,9 Prozent unter der Sterbeziffer der Männer.
"Maßgeblich verantwortlich für die rückläufigen Zahlen bei den Herz-
Toten ist die gute und breite Versorgung mit immer besser werdenden
Therapieverfahren, insbesondere der immer höheren Effizienz der
Wiedereröffnung von Blutgefäßen nach einem Infarktverschluss",
kommentiert DGK-Pressesprecher Prof. Dr. Eckart Fleck (Berlin).
"Allerdings vergeht häufig zu viel Zeit von den ersten Anzeichen eines
Herzinfarktes bis zum Therapiebeginn." Bei anhaltendem Brustschmerz
über mehrere Minuten sollte umgehend ein Spezialist aufgesucht werden,
damit die Ursachen geklärt werden und gegebenenfalls eine Behandlung
eingeleitet wird. Prof. Fleck: "Spezielle Brustschmerz-Zentren sollen
die Versorgungslage weiter optimieren, die DGK arbeitet derzeit an
Qualitätskriterien."
Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz und
Kreislaufforschung e.V. (DGK) mit Sitz in Düsseldorf ist eine
wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft mit heute mehr als 6450
Mitgliedern. Ihr Ziel ist die Förderung der Wissenschaft auf dem
Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen
und die Aus-, Weiter- und Fortbildung ihrer Mitglieder. 1927 in Bad
Nauheim gegründet, ist die DGK die älteste kardiologische Gesellschaft
in Europa. Weitere Informationen unter www.dgk.org.
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