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Ausgabe November 2008

 



Herzschrittmacher: Erfolgsstory seit 50 Jahren:  Trends zu noch intelligenterer Technik

Informationsdienst Wissenschaft - idw - Pressemitteilung
Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung,

(Frankfurt am Main, ) Premiere war am 8. Oktober 1958.
An diesem Tag vor 50 Jahren bekam der Schwede Arne Larrson als erster
Mensch einen Herzschrittmacher in die Brust verpflanzt. Seitdem haben
die künstlichen Taktgeber bei Millionen von Menschen einen zuvor
gestörten Herzschlag wieder in die richtige Bahn gelenkt und damit oft
ihr Leben gerettet. Gleichzeitig machte die Herzschrittmachertherapie
immer wieder eindrucksvolle Fortschritte und wird ständig verbessert,
um Patienten mit Herzrhythmusstörungen ein weitestgehend normales
Leben zu ermöglichen.

In Deutschland werden pro Jahr bereits mehr als 65 000 Schrittmacher
neu eingesetzt,  Tendenz steigend. Meist ist der Einsatz nötig, weil
das Herz zu langsam schlägt oder der Herzschlag immer wieder aussetzt
und der Patient dadurch in seinem täglichen Leben beeinträchtigt ist -
mit typischen Anzeichen wie Schwäche, Schwindel oder gar kurzen Phasen
von Bewusstlosigkeit. Hier schafft der Schrittmacher Abhilfe, indem er
den Herzschlag über mit dem Herzmuskel verbundene Elektroden ständig
kontrolliert und bei Bedarf - vom Patienten meist unbemerkt - die
notwendigen elektrischen Impulse setzt, die für einen gesunden,
regelmäßigen Herzrhythmus gebraucht werden.

Herzfrequenz wird den jeweiligen Bedürfnissen angepasst

"Zweifellos zählt die Behandlung mit dem Herzschrittmacher zu den
erfolgreichsten Therapien der Herzmedizin überhaupt", sagt Prof. Dr.
med. Hans-Joachim Trappe, Vorstandsmitglied der Deutschen
Herzstiftung. Meilensteine in der Schrittmacher-Geschichte waren etwa
die Einführung so genannter Zweikammersysteme, die durch gleichzeitige
Stimulierung von Herzkammer und -vorhof für einen verbesserten
Blutfluss im Herz sorgen, oder die Entwicklung der frequenzadaptiven
Schrittmacher, welche die Herzschlagfrequenz jederzeit an eine
veränderte Körperaktivität (wie zum Beispiel beim Treppensteigen)
anpassen. Ein ebenso großer Fortschritt ist die seit rund zehn Jahren
bestehende "Resynchronisationstherapie" mittels Dreikammer-
Schrittmacher,  mit Elektroden im rechten Vorhof und beiden Kammern:
Sie hilft Patienten mit fortgeschrittener Herzschwäche, bei denen das
Zusammenspiel beider Herzkammern gestört ist, die Pumpleistung des
Herzens wieder zu verbessern.

Im Vordergrund: Verbesserung der Lebensqualität

Aktuelle Trends gehen in Richtung noch kleinerer und intelligenterer
Geräte sowie einer längeren Batterie-Haltbarkeit. Der kleinste
Schrittmacher für Erwachsene ist derzeit bereits nur noch so groß wie
eine Zwei-Euro-Münze (für Kinder sogar nur wie ein Ein-Euro-Stück),
die Batterien halten zwischen fünf und zehn Jahren. "Wichtigstes Ziel
auch künftiger Schrittmacher-Forschung ist es aber, den Patienten ein
Leben ohne Einschränkungen zu ermöglichen", betont Prof. Trappe. So
messen moderne Geräte durch geeignete Sensoren verschiedenste
physiologische Parameter im Organismus, um sich binnen Sekunden auf
die jeweilige Körpersituation einzustellen. Hinzu kommen die
wachsenden Möglichkeiten der Telemedizin. Dabei können vom
Schrittmacher erfasste Daten zur Herzsituation des Patienten - bei
Bedarf sogar automatisch - über Mobilfunk an den behandelnden
Kardiologen weitergeleitet werden, um die Schrittmachertherapie
überwachen zu lassen oder bei Beschwerden schnell eine ärztliche
Einschätzung zu erhalten. "Die Telemedizin kann natürlich nicht den
persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt ersetzen", so Prof. Trappe. "Sie
hilft jedoch, den Patienten Zeit und Wege zu ersparen, die Betreuung
und Nachsorge durch die behandelnden Ärzte zu verbessern, und sie
könnte dadurch langfristig geringere Kosten für das Gesundheitswesen
bedeuten."

Ausführliche Informationen zum Thema Herzrhythmusstörungen und
Herzschrittmacher enthält die Broschüre "Herzrhythmusstörungen heute"
der Deutschen Herzstiftung, die gegen Einsendung von drei Euro in
Briefmarken erhältlich ist bei: Deutsche Herzstiftung e.V., Vogtstr.
50, 60322 Frankfurt am Main.

16/2008
Informationen:
Deutsche Herzstiftung e.V.
Pressestelle
Dr. Klaus Fleck / Pierre König
E-Mail: koenig@herzstiftung.de


Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.herzstiftung.de 


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