BEAUTIFUL-Studie: Herzfrequenz-reduzierende Substanz hat
keinen generellen Effekt auf Sterblichkeit und
Herzinsuffizienz-Rate, aber Patienten mit erhöhter
Herzfrequenz profitieren (3)
Pressemitteilung zum Europäischen Kardiologenkongress (ESC),
München
Die Behandlung mit der Substanz Ivabradin, die eine
erhöhte Herzfrequenz senkt, wirkt sich bei Patienten mit
koronarer Herzkrankheit (KHK) und Linksherzinsuffizienz
nicht generell positiv auf Sterblichkeit, Herzinfarkt- oder
Herzinsuffizienzhäufigkeit aus. Patienten mit einer
Herzfrequenz über 70 Schläge pro Minute profitieren aber von
der Medikation, bei ihnen reduziert sich das Risiko für
Herzinfarkt oder Gefässkomplikation um ein Drittel. Das ist
das Ergebnis der BEAUTIFUL-Studie, die heute beim
Europäischen Kardiologenkongress präsentiert wurde. Der
Kongress der European Society of Cardiology (ESC) findet vom
30. August bis 3. September in München statt, erwartet
werden rund 30.000 Teilnehmer. Der ESC-Kongress ist die
grösste Mediziner-Tagung Europas und die grösste
kardiologische Veranstaltung weltweit.
In der
BEAUTIFUL-Studie wurde die Wirksamkeit von Ivabradine
als Zusatzmedikation zur bisher als Standard empfohlenen
Therapie untersucht. An der Untersuchung nahmen 10.917
Patienten mit koronarer Herzkrankheit und
Linksherzinsuffizienz in 33 Ländern teil, 781 Krankenhäuser
waren beteiligt. 94 Prozent der Patienten erhielten
Gerinnungshemmer, 91 Prozent Angiotensinrezeptor-Blocker, 87
Prozent Beta-Blocker und 76 Prozent Lipidsenker.
„Auch
wenn der primäre Endpunkt nicht erreicht wurde, hat uns die
Studie einige sehr wichtige Effekte gezeigt", sagt
Studienleiter Prof. Kim Fox (London, UK). „Es wird deutlich,
dass eine erhöhte Herzfrequenz das Herz-Kreislauf-Risiko
massiv steigert. Mehr als die Hälfte der Patienten mit
Koronarer Herzkrankrankheit hat eine Ruhefrequenz von mehr
als 70 Schlägen pro Minute. Diese Patienten können mit
dieser Zusatzmedikation das Risiko eines neuerlichen
Herzinfarktes oder eines Eingriffs reduzieren."
„Die Studie unterstreicht die Bedeutung der Herzfrequenz
für die Ischämie-Entstehung des Herzmuskels und der sich
daraus ergebenden ungünstigen Konsequenzen. Eine zusätzlich
zur Beta-Blockertherapie eingesetzte Frequenzsenkung hat
einen deutlich günstigen Effekt und wird gut vertragen",
kommentiert Prof. Dr. Hugo A. Katus (Heidelberg) die mit
Spannung erwarteten Studienergebnisse.
Quelle: The BEAUTIFUL study: efficacy of ivabradine in
reduction of cardiovascular events among patients with
stable coronary arterz disease and left ventricular
dysfunction.
K.M.
Fox, Präsentation No. 232
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B&K
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Roland Bettschart
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