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Ausgabe Januar 2009

 


Schnelle Diagnose beim Akuten Koronarsyndrom: MHH und Roche Diagnostics unterzeichnen Vertrag Schweizer Konzern sichert sich Patentrechte für neuartigen, von MHH-Kardiologen entwickelten Schnelltest für Patienten mit Akutem Koronarsyndrom / Ascenion vermittelt

Vom Labor schneller in die klinische Anwendung: Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) hat jetzt mit dem Pharmaunternehmen Roche Diagnostics Ltd. einen Lizenzvertrag unterzeichnet. Damit hat das Unternehmen exklusiv das Recht erhalten, einen von MHH-Kardiologen entwickelten kardiovaskulären Test weltweit zu vertreiben, mit dem Hochrisikopatienten rasch identifiziert werden können. Die Verhandlungen hat die Firma Ascenion GmbH geführt.  Ascenion ist auf die Vermarktung von Life Science-Entwicklungen spezialisiert und in der MHH mit einem Büro vertreten. "Das ist ein großer Erfolg für die Kooperation der MHH mit Ascenion", sagt MHH-Präsident Professor Dr. Dieter Bitter-Suermann. "Es zeigt, wie schnell aus unserer exzellenten Forschung neue Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen entstehen, die eine Diagnose oder Behandlung entscheidend verbessern. Damit ist das Ziel dieser translationalen Forschung erreicht: Die Patienten profitieren davon."

Die Forscher der MHH-Klinik für Kardiologie und Angiologie um Professor Dr. Kai C. Wollert haben im Blut einen Marker entdeckt, der anzeigt, wann nach einem Akuten Koronarsyndrom (ACS) eine Herzkatheteruntersuchung angezeigt ist. Das Risiko schwerer Komplikationen nach einem solchen Akuten Koronarsyndrom ist bei jedem Patienten unterschiedlich - erst das EKG und weitere Laboruntersuchungen zeigen an, ob "nur" eine instabile Angina pectoris vorliegt oder aber ein Herzinfarkt. Die genaue Diagnose, die unter Umständen bis zu zwölf Stunden dauern kann, legt die weitere Behandlung des einzelnen Patienten fest: Für einige ist eine Herzkatheteruntersuchung unerlässlich, bei anderen lassen sich die Folgen des ACS mit Medikamenten beheben. Mit Hilfe des entdeckten Markers, des Wachstumsfaktors GDF-15, lässt sich der Schweregrad des ACS schon bei der Aufnahme ins Krankenhaus bestimmen. "Sobald der GDF-15-Wert durch eine Blutuntersuchung ermittelt ist, können die Ärzte frühzeitig die richtige Entscheidung für eine individuelle Behandlung des Patienten treffen", betont Professor Wollert - ein großer Fortschritt in der Behandlung von Patienten mit akuten kardiovaskulären Problemen. Die MHH-Kardiologen haben mit Unterstützung von Roche Diagnostics bereits einen Prototypen für einen klinisch einsetzbaren Assay entwickelt, um die Bestimmung von GDF-15 im Blut zu beschleunigen. "Vor einem Jahr hat das noch fast zwei Tage gedauert, dank des automatisierten Untersuchungs-Kits können wir den Marker im Blut mittlerweile in 20 Minuten bestimmen", erläutert Professor Wollert.

"Die bisherige Zusammenarbeit zwischen Roche und der MHH sowie der erfolgreiche Vertragsabschluss sind ein Musterbeispiel für eine effiziente Kooperation zwischen Wissenschaftler und Industriepartner", kommentiert Dr. Ralf Cordes, Technologiemanager für die MHH bei Ascenion. "Es verdeutlicht außerdem, wie anwendungsnah die Forschungsarbeit an der MHH ist."

Ascenion GmbH ist ein IP Asset Management-Unternehmen, das sich auf den Bereich Life Sciences konzentriert. Ascenion berät und unterstützt öffentliche Forschungseinrichtungen beim Schutz und der Verwertung ihres geistigen Eigentums (Patente, Know-how, Materialien) und übernimmt die Anbahnung und Vermittlung von Lizenzverträgen zwischen Forschungseinrichtungen und Industrie. Für seine Partner vermarktet Ascenion momentan rund 600 Technologien und schließt pro Jahr durchschnittlich 60 Verträge zwischen Forschung und Industrie. Das Team hat außerdem als Coach bereits mehrere Spin-Offs begleitet und hält derzeit 16 Beteiligungen an diesen Unternehmen. Hauptsitz von Ascenion ist München, weitere Geschäftsstellen sind in Berlin, Braunschweig, Hamburg, Hannover und Neuherberg.

Weitere Informationen erhalten Sie bei Professor Dr. Kai C. Wollert,  wollert.kai@mh-hannover.de, Dr. Peter Ruile (Ascenion), ruile@ascenion.de, www.ascenion.de.


 Foto-Quelle "MHH/Kremmin"
 

Das Foto zeigt Professor Dr. Kai C. Wollert (links) und seinen Kollegen Dr. Tibor Kempf (rechts) neben dem Prototypen.
Presseinformation der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) vom 14. Januar 2009.
MHH Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Stefan Zorn, Leiter
pressestelle@mh-hannover.de


 

 

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