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Schnelle Diagnose beim Akuten Koronarsyndrom: MHH und
Roche Diagnostics unterzeichnen Vertrag Schweizer Konzern
sichert sich Patentrechte für neuartigen, von
MHH-Kardiologen entwickelten Schnelltest für Patienten mit
Akutem Koronarsyndrom / Ascenion vermittelt
Vom Labor schneller in die klinische Anwendung: Die
Medizinische Hochschule Hannover (MHH) hat jetzt mit dem
Pharmaunternehmen Roche Diagnostics Ltd. einen
Lizenzvertrag unterzeichnet. Damit hat das Unternehmen
exklusiv das Recht erhalten, einen von MHH-Kardiologen
entwickelten kardiovaskulären Test weltweit zu vertreiben,
mit dem Hochrisikopatienten rasch identifiziert werden
können. Die Verhandlungen hat die Firma Ascenion GmbH
geführt. Ascenion ist auf die Vermarktung von Life
Science-Entwicklungen spezialisiert und in der MHH mit einem
Büro vertreten. "Das ist ein großer Erfolg für die
Kooperation der MHH mit Ascenion", sagt MHH-Präsident
Professor Dr. Dieter Bitter-Suermann. "Es zeigt, wie schnell
aus unserer exzellenten Forschung neue Produkte, Verfahren
oder Dienstleistungen entstehen, die eine Diagnose oder
Behandlung entscheidend verbessern. Damit ist das Ziel
dieser translationalen Forschung erreicht: Die Patienten
profitieren davon."
Die Forscher der MHH-Klinik für Kardiologie und Angiologie
um Professor Dr. Kai C. Wollert haben im Blut
einen Marker entdeckt, der anzeigt,
wann nach einem Akuten Koronarsyndrom (ACS) eine
Herzkatheteruntersuchung angezeigt ist. Das Risiko
schwerer Komplikationen nach einem solchen Akuten
Koronarsyndrom ist bei jedem Patienten unterschiedlich -
erst das EKG und weitere Laboruntersuchungen zeigen an, ob
"nur" eine instabile Angina pectoris vorliegt oder aber ein
Herzinfarkt. Die genaue Diagnose, die unter Umständen bis zu
zwölf Stunden dauern kann, legt die weitere Behandlung des
einzelnen Patienten fest: Für einige ist eine
Herzkatheteruntersuchung unerlässlich, bei anderen lassen
sich die Folgen des ACS mit Medikamenten beheben. Mit Hilfe
des entdeckten Markers, des Wachstumsfaktors GDF-15,
lässt sich der Schweregrad des ACS schon bei der Aufnahme
ins Krankenhaus bestimmen. "Sobald der GDF-15-Wert durch
eine Blutuntersuchung ermittelt ist, können die Ärzte
frühzeitig die richtige Entscheidung für eine individuelle
Behandlung des Patienten treffen", betont Professor Wollert
- ein großer Fortschritt in der Behandlung von Patienten mit
akuten kardiovaskulären Problemen. Die
MHH-Kardiologen haben mit Unterstützung von Roche
Diagnostics bereits einen Prototypen für einen klinisch
einsetzbaren Assay entwickelt, um die Bestimmung von
GDF-15 im Blut zu beschleunigen. "Vor einem Jahr hat das
noch fast zwei Tage gedauert, dank des automatisierten
Untersuchungs-Kits können wir den Marker im Blut
mittlerweile in 20 Minuten bestimmen", erläutert Professor
Wollert.
"Die bisherige Zusammenarbeit zwischen Roche und der MHH
sowie der erfolgreiche Vertragsabschluss sind ein
Musterbeispiel für eine effiziente Kooperation zwischen
Wissenschaftler und Industriepartner", kommentiert Dr.
Ralf Cordes, Technologiemanager für die MHH bei Ascenion.
"Es verdeutlicht außerdem, wie anwendungsnah die
Forschungsarbeit an der MHH ist."
Ascenion GmbH ist ein IP Asset Management-Unternehmen,
das sich auf den Bereich Life Sciences konzentriert.
Ascenion berät und unterstützt öffentliche
Forschungseinrichtungen beim Schutz und der Verwertung ihres
geistigen Eigentums (Patente, Know-how, Materialien) und
übernimmt die Anbahnung und Vermittlung von Lizenzverträgen
zwischen Forschungseinrichtungen und Industrie. Für seine
Partner vermarktet Ascenion momentan rund 600
Technologien und schließt pro Jahr durchschnittlich 60
Verträge zwischen Forschung und Industrie. Das Team hat
außerdem als Coach bereits mehrere Spin-Offs begleitet und
hält derzeit 16 Beteiligungen an diesen Unternehmen.
Hauptsitz von Ascenion ist München, weitere Geschäftsstellen
sind in Berlin, Braunschweig, Hamburg, Hannover und
Neuherberg.
Weitere Informationen erhalten Sie bei Professor Dr. Kai C.
Wollert, wollert.kai@mh-hannover.de, Dr. Peter Ruile (Ascenion),
ruile@ascenion.de, www.ascenion.de.

Foto-Quelle "MHH/Kremmin"
Das Foto zeigt Professor Dr.
Kai C. Wollert (links) und seinen Kollegen Dr. Tibor Kempf
(rechts) neben dem Prototypen.
Presseinformation der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH)
vom 14. Januar 2009.
MHH Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Stefan Zorn, Leiter
pressestelle@mh-hannover.de
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