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Salz
und Bluthochdruck - Forscher werfen neues Licht auf dieses
Rätsel
Seit
Menschengedenken gilt hoher Salzkonsum als Risikofaktor
für Herz- Kreislauferkrankungen. Dennoch ist es nach
wie vor ein Rätsel, wieso zuviel Salzaufnahme zu Bluthochdruck
führen kann. Jetzt ist es Forschern der Universität
Erlangen, des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare
Medizin (MDC) Berlin-Buch und der Universität Regensburg
mit Forschern in Helsinki, Finnland, und Wien, Österreich,
gelungen, neues Licht auf die Verbindung zwischen Salzkonsum,
Wasserhaushalt und Blutdruckregulation zu werfen. In der
Haut von Laborratten haben sie einen neuen Salzspeicher
im Körper entdeckt. Ist dieser Speicherprozess gestört,
bekommen die Tiere Bluthochdruck (Nature Medicine, doi:
10.1038/nm.1960)*.
Ohne
Salz (Natriumchlorid) können weder Mensch noch Tier
leben. Pflanzenfressende Tiere (Herbivoren) riskieren ihr
Leben, um an Salz zu kommen. Fleischfressende Tiere fressen
Herbivoren, und decken auf diese Weise unter anderem ihren
Salzbedarf.
Salz
reguliert den Wasserhaushalt des Körpers. Es wird vom
Magen-Darm- Trakt aufgenommen, das meiste davon scheiden
die Nieren wieder aus. Jedoch speichert der Körper
Salz in den Zellen und in den Bereichen zwischen den Zellen,
dem Interstitium.
Dr.
Jens Titze aus Erlangen und Forscher aus Berlin, unter ihnen
Dr. Dominik N. Müller, Dr. Wolfgang Derer sowie Professor
Friedrich C. Luft vom Experimental and Clinical Research
Center des MDC, konnten jetzt zeigen, dass sich Salz im
Interstitium der Haut von Laborratten ablagert, wenn ihre
Nahrung einen hohen Salzanteil hat. Dieser Speicherprozess
wird von weißen Blutzellen, den Makrophagen gesteuert.
In
diesen Blutzellen entdeckten die Forscher einen Genschalter,
TonEBP (tonicity-responsible enhancer binding protein) genannt.
Dieser Genschalter wird bei sehr salzhaltiger Nahrung in
den Makrophagen angedreht. TonEBP wiederum schaltet ein
Gen an (VEGF-C- vascular endothelial growth factor C), das
die Bildung von Gefäßen im lymphatischen System
reguliert. Das Lymphgefäßsystem spielt nicht
nur bei der Körperabwehr eine wichtige Rolle, sondern
auch beim Flüssigkeitstransport und für den Blutkreislauf.
Geht
die Zahl der Makrophagen zurück, oder fehlt die Bindestelle
für das VEGF-C-Gen, können die Tiere schlechter
Salz aus der Haut mobilisieren. Sie bekommen Bluthochdruck,
stellten die Forscher fest. Noch aber ist dieser Prozess
und seine Bedeutung für Herz-Kreislauf- Erkrankungen
beim Menschen nicht vollständig verstanden.
Informationsdienst
Wissenschaft - idw - Pressemitteilung
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC)
Berlin-Buch
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