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Informationsdienst
Wissenschaft - idw - Pressemitteilung
Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen
Fachgesellschaften, Medizin - Kommunikation,
[HAI
2009] Herzinfarkt: Erstmaßnahmen entscheiden über
Leben und Tod
Berlin
- In 2007 sind in Deutschland 139.808 Menschen an ischämischen
Herzkrankheiten, wie Angina Pectoris oder Myokardinfarkten,
gestorben. Laut statistischem Bundesamt waren darunter 61040
Verstorbene mit akutem oder wiederkehrendem Myokardinfarkt,
dem sogenannten Herzinfarkt. Die Überlebenschancen
sind heute sehr gut, wenn Patienten rechtzeitig die Klinik
erreichen. Die meisten Todesfälle ereignen sich, bevor
der Rettungswagen eintrifft oder auf dem Weg in das Krankenhaus.
Sind diagnostische Maßnahmen, Therapien und Infrastruktur
vereinheitlicht, verbessert sich dadurch die Versorgung
der Herzinfarktpatienten.
Experten fordern deshalb im Vorfeld des Hauptstadtkongresses
der DGAI für Anästhesiologie und Intensivtherapie
(HAI) in Berlin ein standardisiertes Versorgungskonzept
auf Basis evidenzbasierter Leitlinien.
"Das
akute Koronarsyndrom, wie Mediziner die lebensbedrohlichen
Folgen einer Durchblutungsstörung in den Herzkranzgefäßen
bezeichnen, ist ein häufiger Grund für Notarzteinsätze",
sagt Professor Dr. med. Bernd Böttiger, 1. Sprecher
des wissenschaftlichen des Arbeitskreises Notfallmedizin
der DGAI und Direktor der Klinik für Anästhesiologie
und Operative Intensivmedizin der Universitätsklinik
Köln. Bei der schwersten Form, dem sogenannten ST-Hebungsinfarkt
(STEMI: ST-elevation myocardial infarction), kommt es in
vielen Fällen zum Herzstillstand. In einer europaweiten
Studie mit über tausend Patienten wurde untersucht,
ob die Injektion eines Medikamentes, das Blutgerinnsel auflöst,
in einer solchen Situation die Chancen der Patienten erhöht.
Diese Lysetherapie wird seit langem mit Erfolg bei sogenannten
nicht reanimationspflichtigen Patienten durchgeführt.
Sie kann die Herzkranzgefäße wieder durchgängig
machen und den Schaden am Herzmuskel begrenzen. Doch die
Ergebnisse der "Thrombolysis in Cardiac Arrest"
oder TROICA-Studie haben die Hoffnungen nicht erfüllt.
"Leider mussten wir feststellen, dass Patienten mit
einem Herzstillstand nach Herzinfarkt von der Lysetherapie
während der Wiederbelebungsmaßnahmen keinen Nutzen
haben", erklärt Studienleiter Böttiger.
Sinnvoll
ist diese Therapie, wenn eine Lungenembolie Ursache des
Herzstillstands ist. Zur Lungenembolie kommt es, wenn größere
Blutgerinnsel die Lungenarterien verstopfen. Die Durchblutung
des dahinterliegenden Gewebes ist so nicht mehr möglich.
Dadurch verkleinert sich die sauerstoffaustauschende Fläche
der Lunge. Professor Böttiger: "Hier kann eine
Lysetherapie Patienten das Leben retten. Beim Herzinfarkt
kommt eine Lyse dann zum Einsatz, wenn eine Behandlung mit
einem Herzkatheter nicht innerhalb von zwei Stunden erfolgen
kann. Dies ist heute die beste Therapie bei Herzinfarkten,
da der Katheter das Durchblutungshindernis zuverlässig
beseitigt." Die Behandlung mittels Herzkatheter ist
im Rettungswagen im Gegensatz zur Lysetherapie nicht möglich.
Nach
Herzinfarkt und Herz-Kreislaufstillstand ist auch die therapeutische
Hypothermie eine einfache und sehr effektive Maßnahme.
Die Abkühlung des Körpers auf 32 bis 34 Grad Celsius
verbessert bei Menschen, die nach einem Herzstillstand wiederbelebt
werden, deutlich die Überlebenschancen. Dieses Verfahren
gilt als eine der wichtigsten Neuerungen der letzten Jahre
im Bereich der Herz-Lungen-Wiederbelebung.
Terminhinweise
HAI
2009 - 11. Hauptstadtkongress der DGAI für
Anästhesiologie und Intensivtherapie mit Pflegesymposium
17. bis 19. September 2009, bcc Berliner Congress Center
Vorträge
Akutes Koronarsyndrom in der Präklinik
Donnerstag, den 17. September 2009, 10.45 bis 12.45 Uhr,
Saal Cubix 2 im Cinestar CUBIX Filmpalast Berlin Alexanderplatz
Protektive
präklinische und klinische Hypothermie
Freitag, den 18. September 2009, 12.00 - 13.40 Uhr, Saal
Cubix 2 im Cinestar CUBIX Filmpalast Berlin Alexanderplatz
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