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Vorbeugung für Volkskrankheit Arteriosklerose ist möglich

Quelle: PRESSEGESPRÄCH
"Im Fokus Gefäßschutz: Von der Mikroverletzung zum Makroereignis" Samstag , 1. Februar 2003, CJD Asthmazentrum Berchtesgaden.

Mit 12,6 Millionen Betroffenen allein in der Bundesrepublik Deutschland gehört die Arteriosklerose zu den großen Volkskrankheiten. Im Jahr 1999 wurden in Deutschland 48 % aller Todesfälle auf eine arteriosklerotische Erkrankung zurückgeführt. Allein der Verkalkung der Herzkranzgefäße (koronaren Herzkrankheit = KHK ) sind in diesem Jahr 168.000 Menschen zum Opfer gefallen. Längst ist bekannt, dass mittlerweile mehr Frauen als Männer an einem Herzinfarkt sterben.

Während die Experten noch bis vor wenigen Jahren das Augenmerk in erster Linie auf die hochgradigen Verengungen (Stenosen) der Arterien gerichtet hatten, weiß man heute, dass die größte Gefahr von den flachen, harmlos erscheinenden arteriosklerotischen Veränderungen der Blutgefäße, den sog. Plaques, ausgeht. Die Mehrzahl der Herzinfarkte wird durch Veränderungen der Herzkranzgefäße ausgelöst, die eine Einengung von unter 50 % bewirken. Diese Veränderungen werden vom Patienten subjektiv nicht bemerkt. Daher verwundert es nicht, dass so viele Herzinfarkte „aus blauem Himmel“ auftreten - die Patienten hatten bisher keinerlei Herzbeschwerden.

Heute ist weitgehend geklärt, wie es zur Verkalkung der Blutgefäße kommt: am Anfang der Erkrankung steht immer eine Verletzung der Innenhaut der Blutgefäße ( des sog. Endothels). Ursachen sind unter anderem ein erhöhter Blutdruck oder giftige Substanzen wie Zigarettenrauch. Durch die Verletzung des Endothels dringt Flüssigkeit und  LDL-Cholesterin ( das „böse“ Cholesterin) in die Gewebeschicht unter dem Endothel ein. Da das LDL-Cholesterin dort als Fremdkörper erkannt wird, wandern weisse Blutkörperchen (Makrophagen) ein und „verdauen“ das LDL. Bei erhöhtem LDL-Anfall degenerieren diese Makrophagen und lagern sich in Form von fettigen Zellen aneinander. Neben anderen Faktoren üben sie einen Wachstumsreiz auf Gefäßmuskelzellen aus, wodurch das arteriosklerotische  Plaque entsteht.

In den Makrophagen kommt das Angiotensin-Converting-Enzym vor, das die Bildung von Angiotensin II aus Angiotensin I ermöglicht. Dieses Angiotensin II hat eine Reihe negativer Auswirkungen auf das arteriosklerotische Plaque. Es fördert beispielsweise im Plaque Entzündung. Durch diese werden Verdauungsenzyme freigesetzt, die zu einer „Aufweichung“ der Plaquedeckplatte und damit zum Aufbrechen des Plaques führen können.

Durch das Aufbrechen des Plaques gerät Plaqueinhalt in die Blutbahn, der die Blutgerinnung fördert. Diese Gerinung (Thrombose) führt über den Verschluss des Blutgefäßes zum  Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Da das Angiotensin-Converting-Enzym (ACE) im Plaque eine wichtige Rolle spielt, ist es verständlich, dass eine Hemmung dieses Enzyms die ideale Behandlung der Arteriosklerose darstellt.

Dies wurde eindrucksvoll in einer sehr großen klinischen Studie (HOPE-Studie) mit einem ACE-Hemmer  an fast 10.000 Patienten gezeigt. Durch Behandlung mit diesem Medikament konnten innerhalb von 4,5 Jahren Fälle von Herztod, Herzinfarkt und Schlaganfall um 22 % herabgesetzt  werden. Neben diesem klinischen Erfolg ließ sich in der Studie auch nachweisen, dass die Verschlimmerung der Arteriosklerose durch den untersuchten ACE-Hemmer pro Jahr um 37 % reduziert  wird.

Aufgrund dieser Erkenntnisse weiß man dass es nicht ausreicht nur Patienten zu behandeln, die bereits über arteriosklerotische Beschwerden klagen. Wichtig ist vielmehr, eine Arteriosklerose frühzeitig zu erkennen, da der entsprechende individuelle Patient nur dann wirksam vorbeugend behandelt werden kann.  Für diese Vorbeugung ist es wichtig, die „klassischen“ Risikofaktoren zu beeinflussen: Rauchen, erhöhte Blutfette, Übergewicht, Bewegungsmangel, Bluthochdruck und schließlich die Zuckerkrankheit.

Bei nahezu jedem Patienten mit Herzinfarkt werden diese Risikofaktoren gefunden - nur 2% der Herzinfarktpatienten haben keinen klassischen Risikofaktor.

Ist es aufgrund einer Arteriosklerose bereits zu einem Herzinfarkt gekommen, so hängt die Sterblichkeit und das Risiko eines weiteren  Herzinfarktes in erster Linie von den verordneten Arzneimitteln ab. Nach einem Herzinfarkt sollten nach meinung der Experten heute Blutfettsenker (Statine), Aspirin (ASS), Betablocker und  ACE-Hemmer verordnet werden.

Anhand der Daten des deutschen Herzinfarktregisters MITRA PLUS  wurde die medikamentöse Therapie nach Herzinfarkt in den letzten Jahren im klinischen Alltag untersucht. Dabei konnte gezeigt werden, dass innerhalb der Gesamtgruppe der ACE-Hemmer, die Substanz in der HOPE-Studie untersuchte Substanz im Vergleich zu anderen ACE-Hemmern  mit einer niedrigeren Sterblichkeit im Krankenhaus und einer herabgesetzten Rate von Herz-Kreislaufkomplikationen nach Herzinfarkt verbunden ist.  Diese Untersuchung belegt, dass der untersuchte ACE-Hemmer heute die Basis der Behandlung der Arteriosklerose darstellt.

In diesem Zusammenhang muss allerdings beachtet werden, dass diese positive Wirkung bis heute ausschließlich für Ramipril wissenschaftlich belegt ist.  Es sollte darüber hinaus nicht vergessen werden, dass Nebenwirkungen teilweise unvorhersehbar sind (z. B. allergische Reaktionen). Daher sollte nicht irgendein ACE-Hemmer eingesetzt werden, sondern das wissenschaftlich besonders sorgfältig untersuchte Ramipril.

 

 

 

 

 

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