KARDIOLOGIE AKTUELL     
   www.kardiologie-aktuell.com

 
        >    Zurück

 | Home |  Suche | Nutzung | Impressum| Kontakt |

 

 

      

WERBUNG

Wie steht es um Dein Herz? Das aus der Ventrikelmuskulatur stammende Natriuretische Peptid NT-proBNP gibt die Antwort!

  Kongress der European Society of Cardiology 2002 am 2. September 2002 in Berlin.

 

Das Peptid NT-proBNP, das von den Herzmuskelzellen vor allem in Folge von Dehnungsreizen und neurohumoraler Stimulierung synthetisiert und in die Blutbahn sezerniert wird, ist ein eindeutiger Marker für den Zustand von vitalem Myokardgewebe. Ab sofort steht eine technisch ausgereifte moderne Labormethode für die klinische Routine zur Verfügung.

Der NT-proBNP Nachweis ist für Therapieentscheidungen und Prognostik von Nutzen und könnte sich als ein Meilenstein in der kardiologischen Diagnostik herausstellen, betonte John G.F. Cleland, Hull, anlässlich des Kongresses der European Society of Cardiology 2002 am 2. September 2002 in Berlin.

 

Was ist NT-proBNP? 

Bereits vor 21 Jahren wurde ANP entdeckt - atriales natriuretisches Peptid -ein Peptid, das vor allem aus den Myozyten im Herzvorhof sezerniert wird, bei Dehnungsreizen eine Natriurese einleiten und damit eine Volumenentlastung des Herzens herbeiführt. Sieben Jahre später, im Jahr 1988, definierte eine japanische Arbeitsgruppe ein strukturell sehr ähnliches Peptid aus den Myozyten der Herzventrikel, das B-type natriuretic peptide (BNP). BNP ist wie ANP ein Schlüsselenzym in der Salz- und Wasser-Homöostase und in der Stabilisierung des Blutdrucks.  Das Gen für die BNP-Expression liegt auf dem Chromosom 1. Bei adrenerger Stimulierung oder bei Dehnung der myokardialen Muskelfasern steigt die Syntheserate für das Prohormon des BNP, das pro-BNP, im Zellkern. Das Peptid wird anschließend vermehrt ausgeschüttet und durch eine Protease zu NT-proBNP umgewandelt, um durch Salz- und Wasserausscheidung eine Volumenentlastung am Herzen herbeizuführen. Die biologische Halbwertzeit liegt bei 60-120 Minuten. Das Peptid kommt praktisch nur im Ventrikel vor und ist deshalb ein sehr eindeutiger Marker für den Zustand des Myokards. Zudem verhält sich das Hormon sehr stabil in Blutproben und zeigt praktisch keine zirkadiane Rhythmik. Es ist deshalb ein hilfreiches Substrat, um Informationen über den Zustand des Myokards zu gewinnen.

 

Derzeit ist es möglich, mit Hilfe des NT-proBNP eine sehr eindeutige Diagnose einer Herzinsuffizienz zu stellen,  bzw. eine solche bei Verdachtssymptomatik auszuschließen, so Christian Hall, Oslo.
Damit kann zum einen bei unklaren Fällen in Frühstadien eine unnötige medikamentöse Therapie verhindert oder auch rechtzeitig mit einer adäquaten Behandlung begonnen werden.  Außerdem ist es möglich prognostische Aussagen zu machen. Dies würde bedeuten, dass man unterscheiden lernt, ob ein Patient mit einer Herzinsuffizienz stark gefährdet ist und daher sehr aggressiv behandelt werden muss, um sein Risiko zu minimieren, oder ob er weniger gefährdet ist. Zudem sieht Hall, dass es mit der entsprechenden Erfahrung möglich sein wird zu kontrollieren, ob eine medikamentöse Behandlung nicht nur hinsichtlich der Symptome, sondern für den Patienten auch hinsichtlich der Prognose eine Verbesserung bringt. Ein solches Patienten-zentriertes Therapiemonitoring wäre einer der wichtigsten Wünsche von klinisch tätigen Kardiologen, so Cleland.

 

Aussagekraft von NT-proBNP in vielen Studien nachgewiesen

 

Der Nachweis über die Aussagekraft dieses neuen Laborparameters wurde in den vergangenen Jahren in mehreren großen Studien geführt. So lief in der Copernicus-Studie, in der die Wirkung des Betablockers Carvedilol bei Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz über 18 Monate untersucht wurde, ein Arm mit, in dem 295 Patienten regelmäßig auf ihren NT-proBNP-Titer untersucht wurden, wie Hugo. A. Katus, Heidelberg, erläuterte.

Innerhalb der untersuchten Gruppe zeigte sich, dass Patienten mit einem durchschnittlichen NT-proBNP-Wert von unter 375 pg/l eine wesentlich bessere Prognose hatten als Patienten mit einem NT-proBNP-Wert über 375 pg/l, und zwar hinsichtlich ihrer Gesamtmortalität, ihrer Mortalität durch Herzinfarkt und durch Herzinsuffizienz und auch der Zahl der kardiovaskulären Ereignissen: Bei Patienten mit hohem NT-proBNP Wert lag die Gesamtmortalität innerhalb der 18 Untersuchungsmonate bei 18%, bei denen mit niedrigem NT-proBNP Wert unter 4%; an Herzversagen starben in der ersten Gruppe 15%, in der zweiten nur 1%.

Katus betonte zudem, dass kein einziger der anerkannten klinischen Parameter - Alter, Kreatinin, Blutdruck, Ätiologie der Herzerkrankung, linksventrikuläre Ejektionsfraktion (LVEF) - in irgendeinem statistisch verifizierbaren Zusammenhang mit der späteren Gesamtmortalität stand, sondern einzig die Höhe des NT-proBNP-Wertes.

Zwar konnte keine Korrelation zwischen einem erhöhten NT-proBNP-Spiegel und einer erniedrigten linksventrikulären Ejektionsrate (LVEF) gefunden werden, doch  es zeige sich, dass unabhängig vom LVEF die Mortalität bei Patienten mit einem initialen NT-proBNP-Wert von unter 199 pg/l bei 5% pro Jahr lag, bei einem Peptidspiegel von 199 bis 504 pg/l bei 14%, und bei Werten von über 504 pg/l bei 31%.  Danach scheint
NT-proBNP ein besserer Marker für den Dehnungszustand des Myokards zu sein als die LVEF.

 

NT-proBNP verbessert auch beim akuten Koronarsyndrom die Riskoabschätzung

 

Beim akuten Koronarsyndrom hilft die Bestimmung des neurohormonalen Markers bei der Risikostratifizierung vor allem dann, wenn es in Kombination mit dem ischämischen Marker Troponin T und dem inflammatorischen Marker C-reaktives Protein (CRP) bewertet wird.

 

Christian W. Hamm, Bad Nauheim, referierte Ergebnisse aus der PRISM-Studie, in der bei 1.767 Patienten mit einem akuten koronaren Event (instabile Angina pectoris) ohne ST-Erhöhung (NSTEMI) alle drei Parameter bestimmt wurden. Waren alle drei Werte pathologisch erhöht, so lag die Mortalität innerhalb der ersten 30 Tage bei 13%; dies war der Fall bei 5% der Patienten. Bei 20% der Patienten waren zwei der diagnostischen Parameter auffällig; hier lag die Mortalität bei 5,7%. Bei 44% war nur einer der Parameter erhöht. Von diesen Patienten verstarben im Beobachtungszeitraum 2,1%. War kein einziger dieser Parameter erhöht, dann lag die Mortalität bei sehr niedrigen 1%.

Zwischen der Höhe des NT-proBNP und der Zahl der Events - Myokardinfarkte und Todesfälle - bestand eine enge lineare Beziehung. Hamm schloss aus diesen Ergebnissen, dass eine Basisbestimmung des NT-proBNP innerhalb von 12 Stunden nach dem Beginn der ischämischen Symptomatik eine prognostische Einschätzung hinsichtlich der koronaren Risikostreuung zulässt.

 

NT-proBNP ist ein sensibler Marker für die Wirksamkeit der medikamentösen Therapie der Herzinsuffizienz

 

Die COPERNICUS-Studie gab einen weiteren wichtigen Hinweis: Unter der durchgeführten Therapie mit  Carvedilol war es gegenüber Placebo möglich, den NT-proBNP-Wert innerhalb eines Jahres um fast 30% zu senken.  Dies korreliert mit dem klinischen Zustand der Patienten: Der Outcome von mit dem Betablocker Carvedilol behandelten Herzinsuffizienz-Patienten war wesentlich besser jener bei alleiniger Therapie mit ACE-Hemmern und Diuretika.  Bei der Behandlung mit ACE-Hemmer und Diuretika allein sank der NT-proBNP-Spiegel dagegen nur um 5%. Dies entspricht der höheren Mortalität und kardialen Morbidität in dieser Gruppe.

 

Eine weitere Studie mit 74 Allgemeinärzten und 345 unter Herzinsuffizienz leidenden 345 Postinfarkt-Patienten zeigte, dass Patienten mit einem niedrigen NT-proBNP-Wert  eine sehr gute Prognose hatten,  Patienten mit einem hohen NT-proBNP Wert hingegen eine schlechte Prognose - völlig  unabhängig von allen Begleitkriterien.

 

In einer anderen Studie (Troughton RW et al, Lancet 200:355: 1126-30) wurden 69 Patienten mit einer Herzinsuffizienz in den NYHA Stadien II-IV in zwei Gruppen eingeteilt: Die erste Gruppe wurde sechs Monate lang lege artis nach klinischen Kriterien behandelt (ACE-Hemmer, Schleifendiuretikum, bei Bedarf  Digitalisierung, Spironolacton, Vasodilatator). In der anderen  Gruppe wurde die medikamentöse Therapie an der Höhe des NT-proBNP-Spiegels ausgerichtet. Die Therapie wurde intensiviert wenn innerhalb einer vorgegebenen Zeitspanne ein angestrebter NT-proBNP Zielwert  oder in der 1. Gruppe eine angestrebte Besserung der klinischen Kriterien nicht erreicht wurde.

Nach sechs Monaten hatten sich in der Gruppe mit der klinischen Therapieführung in 53% kardiovaskuläre Ereignisse eingestellt, in 51% war es zu Herzversagen gekommen, oder der Patient war verstorben. Wenn die Therapiesteuerung aufgrund der  NT-proBNP- Werte erfolgt war, so blieben 72% der Patienten Event-frei, und nur 25% erlitten im Untersuchungszeitraum ein Herzversagen oder verstarben. Katus fasste zusammen, dass

 

•     eine 50%ige Reduktion der kardiovaskulären Events,

•    eine geringere Wahrscheinlichkeit für Herzversagen,

•     ein Trend zu geringerer Mortalität und

•    ein Trend zu einer stärkeren Verbesserung der linksventrikulären Ejektionsfraktion

erreicht werden konnte,  wenn die Therapie mit NT-proBNP-Messungen überwacht und angepasst worden war. Katus folgerte daraus, dass eine NT-proBNP-geführte Behandlung in Zukunft eine effektive Strategie in der Herzinsuffizienz-Therapie darstellen könnte.

 

NT-proBNP gibt therapeutische Entscheidungshilfe

 

Die chronische Herzinsuffizienz ist für das Gesundheitssystem eine der kostspieligsten Krankheiten. Können wir unter allen Kranken mit einer leichten oder asymptomatischen Herzinsuffizienz, so fragte Per R. Hildebrand, Frederiksberg, diejenigen Patienten herausfinden, die weniger gefährdet sind, um auf diese Weise eventuell Kosten zu sparen? Können wir andererseits diejenigen Patienten identifizieren , die ein sehr hohes Risiko haben, um hier mit einer aggressiven Therapie eine schnelle Progredienz der Herzinsuffizienz zu verhindern? Noch sind die die Antwort auf diese Fragen nicht bekannt. Aber vieles deutet darauf hin, dass NT-proBNP den Kardiologen hier Entscheidungshilfe geben kann. So zeigte sich im Follow-up von Postinfarkt-Patienten nach 30 Tagen, dass von denjenigen Patienten, die initial einen NT-proBNP-Wert unter 375 pl/l aufwiesen, nur 3-4% ein erneutes kardiales Ereignis erlitten. Unter den Patienten mit einem NT-proBNP-Wert über 375 pl/l waren es 10%. 

 

Mit Elecsys proBNP ist eine auf dem Elektrochemieluminiszenz-Prinzip basierende moderne, hochsensitive Labormethode  verfügbar, mit der NT-proBNP-Analysen routinemäßig in jedem Labor durchgeführt werden können. Dies ist, so Cleland, ein immenser Fortschritt in der Diagnostik der Herzinsuffizienz und wird möglicherweise in Zukunft auch die Therapie dieser Erkrankung deutlich beeinflussen.

 

 

Hypertonie Navigationspfeil zum Seitenanfang

 

 

 

 

ÄRZTE FÜR TIERE e. V. verfolgt zwei grundsätzliche Ziele:
den politischen Tierschutz und die Förderung
tiergestützter Therapieformen. mehr



Mit der neuen Website StARS (Stray Animal Rights Society) engagiert
sich Ärzte für Tiere e.V. für die bisher schutzlosen Straßentiere
und fordert die umgehende Verabschiedung eines
europaweit geltenden Tierschutzgesetzes. mehr

 

 

 

     Populäre Allergie-Websites 

      im Info-Netzwerk Medizin 2000
 

SIT, spezifische Immuntherapie, Navigation Allergietherapie allgemein
SIT, spezifische Immuntherapie, Navigation Allergietherapie News
SIT, spezifische Immuntherapie, Navigation Gräser -Impf-Tablette
SIT, spezifische Immuntherapie, Navigation Hausstaub(milben)-Allergie
SIT, spezifische Immuntherapie, Navigation Insektengift-Allergie (Bienen- und Wespengift-Allergie )
SIT, spezifische Immuntherapie, Navigation Lebensmittel-/Nahrungsmittel-Allergie
SIT, spezifische Immuntherapie, Navigation Latex-Allergie
SIT, spezifische Immuntherapie, Navigation Pollen-Allergie
SIT, spezifische Immuntherapie, Navigation Pollen-Asthma-Therapie
SIT, spezifische Immuntherapie, Navigation

spezifische subkutane Immuntherapie (SCIT)

SIT, spezifische Immuntherapie, Navigation sublinguale spezifische Immuntherapie (SLIT)
SIT, spezifische Immuntherapie, Navigation Tierhaarallergie ( Hunde- und Katzenhaar-Allergie)
   

 


 

 

zum Seitenanfang

 


Suche mit Google
® auf den Websites des Info-Netzwerk Medizin 2000


 
 



Wichtige Themen-Websites im Info-Netzwerk Medizin 2000 
(13.12.2009)
 

 | Herzinsuffizienz Therapie | Herzinsuffizienz Diagnose Herzschrittmacher | Herzkrankheiten Heuschnupfen Therapie | Highlights Forschung |

| Sport Medizin | Sublinguale spezifische Immuntherapie SLIT | Thymus Therapie | Tierhaarallergie | Tierschutz | Totalendoprothese TEP |

| Zuckerkrankheit | Info-Netzwerk Medizin 2000 | Nutzungsbedingungen | Stichwortsuche Info-Netzwerk Medizin 2000 | Impressum |

  

Werbung:
24 h Schlüsseldienst München

Copyright ©  LaHave Media Services Limited