|
Informationsdienst
Wissenschaft - idw - - Pressemitteilung
Ruhr-Universität Bochum, 31.03.2004
Erster
Herzstimulator mit von außen aufladbarem Akku
implantiert
Den
weltweit ersten Herstimulator mit einem Akku, der per
Induktion von außen wieder aufladbar ist, haben
die Ärzte der RUB-Klinik für Kardiologie in
den BG-Kliniken Bergmannsheil am 24. März 2004
im Rahmen einer internationalen Studie implantiert.
Die Patienten schlüpfen alle zwei Wochen für
zwei Stunden in eine Ladejacke. Weitere Studienteilnehmer
werden noch gesucht.
Bochum,
31.03.2004
Alle
zwei Wochen in die Ladejacke schlüpfen
Erster Herzstimulator mit wieder aufladbarem Akku implantiert
RUB-Forscher suchen noch Studienteilnehmer
Bei
schwerer chronischer Herzschwäche hilft kein normaler
Schrittmacher mehr. Größere Geräte mit
mehr Leistung wurden entwickelt, um Patienten wieder
ein normales Leben zu ermöglichen. Das funktioniert
zwar gut, die Sache hat aber einen Haken: Aufgrund des
großen Energiebedarfs hält die Batterie nur
ein Dreivierteljahr. Die nahe liegende Lösung:
Wieder aufladbare Akkus, die per Induktion durch die
Haut hindurch aufgeladen werden können. Das weltweit
erste solche Gerät haben die Ärzte der RUB-Klinik
für Kardiologie in den BG-Kliniken Bergmannsheil
am 24. März 2004 im Rahmen einer internationalen
Studie implantiert.
Batterien
machen nach neun Monaten schlapp
Die
neuen, starken Herzschrittmacher leisten ganze Arbeit:
Sieben Stunden täglich unterstützen sie jeden
Herzschlag mit einem Stromstoß von sieben Volt,
der 24 Millisekunden dauert. Zum Vergleich: Ein normaler
Schrittmacher gibt eine halbe Millisekunde lang zwei
Volt ab. Klar, dass die Energiereserven der neuen Geräte
schnell erschöpft sind:"Nach ca. neun Monaten
fühlen sich die Patienten schlapp", berichtet
Oberarzt Dr. Thomas Lawo von der Kardiologie im Bergmannsheil.
Für einen Batteriewechsel ist allerdings ein erneuter
operativer Eingriff nötig, den man den Patienten
natürlich lieber ersparen würde.
Drahtlos
aufladen per Induktion
Der
Hersteller ersann also ein Akkusystem, das von außen
aufgeladen werden kann. Dazu zieht der Patient etwa
alle zwei Wochen eine Jacke an, die mit der Ladestation
versehen ist. Das Ladegerät befindet sich in einer
Tasche über der Brust, wo es nahe am implantierten
Schrittmacher zu liegen kommt. Steckt der Stecker in
der Dose, baut sich ein starkes Magnetfeld auf, über
das sich der Akku berührungslos wieder mit Energie
versorgt. Zwei Stunden dauert der Ladevorgang, der Patient
ist währenddessen - in der Nähe der Steckdose
- frei beweglich.
Studienteilnehmer
gesucht
Die
chronische Herzschwäche trifft Patienten jeden
Alters, die z. B. an Herzklappenschäden, Durchblutungsstörungen
nach Infarkten, Herzmuskelentzündung oder angeborener
Herzmuskelschwäche leiden. 75 Betroffene haben
im Rahmen der europaweiten Studie inzwischen einen der
leistungsstarken Schrittmacher - noch ohne Akku - implantiert
bekommen, dreizehn davon im Bergmannsheil. Die kommenden
Patienten werden mit wieder aufladbaren Geräten
versorgt. Für die Studie suchen die Bochumer Mediziner
noch Teilnehmer.
Weitere
Informationen
Dr.
Thomas Lawo, Berufsgenossenschaftlichen Kliniken Bergmannsheil
Bochum, Klinikum der Ruhr-Universität, Abteilung
für Kardiologie und Angiologie (Direktor: Prof.
Dr. Andreas Mügge), Bürkle-de-la-Camp-Platz
1, 44789 Bochum, Tel. 0234/302-6070, E-Mail: thomas.lawo@rub.de
|