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Nach wie vor ist in Deutschland das Herz-Kreislaufrisiko bei Männern dreimal so hoch wie bei Frauen.  Eine rechtzeitige medikamentöse Behandlung der wichtigen Risikofaktoren  - beispielsweise eines erhöhten Blutdrucks - kann das Risiko deutlich absenken.

 

Anlässlich eines Fachkongresses für Herzerkrankungen erinnerte
Prof. Helmut K.H. Gohlke
, Bad Krotzingen  kürzlich daran, dass Herz-Kreislauferkrankungen
in Deutschland unverändert die bei weitem bedeutendste Ursache für vorzeitige Invalidität und Tod darstellen.  Dies gilt für Männer ebenso wie für Frauen. Die bekannten Risikofaktoren, unter ihnen Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Diabetes,  können aber über 80 % der Herz-Kreislauferkrankungen erklären. Besonders Erkrankungen der Herzkranzgefäße können daher durch eine gesunde Lebensführung vermieden werden. Erfahrungsgemäß ist die Umsetzung eines gesunden Lebensstiles aber schwierig und ist sehr stark vom Bildungsstand der untersuchten Personen abhängig.

Gerade Menschen mit niedrigem Ausbildungsstand haben  ein deutlich erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen. Daher verwunderte es nicht, dass eine Untersuchung älterer Arbeitnehmer der Siemens AG zeigte, dass eine überdurchschnittlich aus- und weitergebildete Mitarbeitergruppe ein vergleichsweise  geringes Herz-Kreislaufrisiko hatte. 

Die Experten waren sich einig, dass  medikamentöse Maßnahmen zur Bekämpfung der Risikofaktoren - in erster Linie des hohen Blutdrucks - insbesondere in Bevölkerungsgruppen mit hohem Herz-Kreislaufrisiko unverzichtbar sind.

Ziel einer  im Juni 2002 durchgeführten Untersuchung ( KHK-Scoring-Woche) war es daher unter anderem, die Verteilung des Herz-Kreislaufrisikos in der deutschen Bevölkerung zu untersuchen.  Insgesamt nahmen 1.122 Arztpraxen mit 27.455 Patienten an der Untersuchung teil.

Bei der Auswertung der erhobenen Befunde zeigte es sich, dass etwa 19 % der Frauen und 54 % der Männer ein als hoch einzuschätzendes Risiko für Erkrankungen der Herzkranzgefäße hatten. Bei diesen Gruppen sollten nach Expertenmeinung intensive vorbeugende Bemühungen zum Einsatz kommen.

Dr. Andreas Schirmer, Bad Soden, erinnerte im Zusammenhang mit den bei Bluthochdruckkranken erforderlichen medikamentösen Vorsorgemaßnahmen an die Ergebnisse der HOPE-Studie in deren Verlauf untersucht wurde, ob die Häufigkeit von Erkrankungen der Herzkrangefäße (Herzinfarkte, Angina pectoris beispielsweise) bei diesen Risikopatienten durch den Einsatz eines  ACE-Hemmers gesenkt werden kann. 

Die Ergebnisse dieser Studie zeigten, dass das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Tod aufgrund von Herzerkrankungen im Vergleich zur Kontrollgruppe um 22% reduziert werden konnte. Erste positive Effekte waren bereits nach ca. 1 Jahr nachweisbar. Seit  dem Jahr 2000 wird im Rahmen einer Anwendungsbeobachtung untersucht, ob diese hervorragenden Ergebnisse auch bei der Behandlung durch niedergelassene, nicht spezialisierte Ärzte beobachtet werden kann. 

Eine erste auf dem Kongress vorgestellte Zwischenauswertung zeigte, dass die ACE-Hemmer-Therapie sehr gut verträglich ist, die erhöhten Blutdruckwerte gut zur Norm hin absenkt und daher ohne Bedenken auch außerhalb großer Kliniken in der normalen Arztpraxis zum Einsatz kommen kann.

 

 

 

 

 

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